Deutschland digital - (N)ONLINER Atlas 2008

Ende Juni hat die Initiative D21 zum achten Mal den (N)ONLINER Atlas vorgestellt. Erstmals sind mehr als 65 Prozent der Deutschen über 14 Jahren online. Die Studie belegt außerdem große Zuwächse bei den über 40jährigen.

Deutschland digital - (N)ONLINER Atlas 2008

© Hans-Peter Widera/ fotolia.de

Seit 2001 lässt die Initiative D21 e.V. jährlich untersuchen, wie es um die Internetnutzung in Deutschland steht. Im Auftrag des Vereins, einem parteien- und branchenübergreifenden Netzwerk von 200 Mitgliedsunternehmen und -institutionen sowie politischen Partnern, führte TNS Infratest Anfang 2008 über 52.000 Telefoninterviews durch. Insgesamt sind in Deutschland 42,2 Millionen Menschen im Internet unterwegs und damit zwei Drittel der Bevölkerung über 14 Jahre. Das sind über drei Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Die Online-Gemeinde wuchs somit um 4,9 Prozentpunkte. Den größten Zuwachs gab es bei den über 40jährigen: bei den 40-bis 49jährigen waren es 5,6 Prozentpunkte, bei den 50-bis 59jährigen 5,2 und bei den 60- bis 69jährigen sogar 6,1 Prozentpunkte. Bei den Zuwachsraten aller Altersgruppen stehen die 60- bis 69jährigen damit an der Spitze. Dennoch bleibt die Generation 50plus mit einem Online-Anteil von 40,3 Prozent weiter unter dem Durchschnitt von 65,1 Prozent. Die größte Gruppe der Internetnutzer sind die 14- bis 29jährigen mit 91,3 Prozent. Im Durchschnitt ist ein Internetnutzer 40,1 Jahre alt, bei der Erhebung 2007 waren es noch 39,8. Die Studie zeigt damit: Die Onliner nähern sich langsam den Gesellschaftsstrukturen an. Der überwiegende Teil (65,4 Prozent) nutzt einen Breitbandanschluss. Diese Highspeed-Anschlüsse sind mittlerweile zum Standard des Netzzugangs geworden.

Ost-West-Schere
Ein weiteres Ergebnis des (N)ONLINER Atlas 2008 ist, dass das Ost-West-Gefälle wie in den vorangegangenen Studien weiter besteht. Den höchsten Onliner-Anteil hat Berlin mit 70,3 Prozent gefolgt von Hamburg mit 69,0 und Schleswig-Holstein mit 68,6 Prozent. Die Schlusslichter sind Sachsen-Anhalt (58,4 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (58,2 Prozent) und das Saarland (56,8 Prozent). Alle neuen Bundesländer liegen bei der Internetnutzung hinter den alten. Dennoch fallen die Unterschiede zwischen den Bundesländern insgesamt geringer aus und deutschlandweit nahm die Internetnutzung zu. Den größten Zuwachs gab es in Rheinland-Pfalz mit 8,5 Prozent, in Bayern waren es 7,0 und im Saarland 6,1 Prozent. Das Ost-West-Gefälle spiegelt sich auch in der Altersgruppe 50plus wider. So ist der Anteil dieser Internetnutzer in Berlin am höchsten mit 49 Prozent, in Bremen sind es 47 und in Schleswig-Holstein 46 Prozent. Die wenigsten Onliner in dieser Altersgruppe haben das Saarland, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

Geschlecht, Bildung, Berufstätigkeit
Ob Frau oder Mann, auch das spielt bei der Internetnutzung eine Rolle. Insgesamt liegt der Onliner-Anteil der Frauen bei 58,3 Prozent, bei den Männern sind es 72,4 Prozent. Durch den überdurchschnittlichen Anstieg bei den Männern hat sich die Schere zwischen den Geschlechtern weiter geöffnet. Anders ist es bei den 14- bis 49jährigen: Hier liegen die Männer nur um 5,3 Prozentpunkte über dem Frauenanteil von 82,5 Prozent. Der Abstand hat sich im Vergleich zu den Vorjahren verringert. Der Unterschied bei der Altersgruppe ab 50 hat sich hingegen vergrößert. Nur 31,3 Prozent der Frauen über 50 sind online, während es bei den Männern 51,0 Prozent sind. Bildung wirkt sich positiv auf die Internetnutzung von Frauen und Männern aus. So sind etwas mehr Schülerinnen als Schüler online, bei den Befragten mit abgeschlossenem Studium sind es mehr Männer. 84 Prozent der Frauen mit Abitur, Hochschulreife oder Fachhochschulabschluss nutzen das Internet, bei den Männern sind es 89,3 Prozent. Große Unterschiede gibt es jedoch bei anderen Bildungsschichten. Am größten ist er zwischen Frauen (25,0 Prozent) und Männern (50,7 Prozent) mit Volksschulabschluss ohne Lehre.
Dass die Berufstätigkeit bei der Internetnutzung in der Altersgruppe 50plus einen großen Einfluss hat, fällt besonders auf. So sind die Nicht-Berufstätigen in dieser Altersgruppe überwiegend Rentner und Hausfrauen. Hier beträgt der Anteil der Onliner gerade einmal 28,9 Prozent. Bei den Berufstätigen sind es jedoch 66,2 Prozent. (Christina Breutner)

Die Ergebnisse der Studie können Sie hier nachlesen:

 (N)ONLINER Atlas 2008  N-ONLINER-Atlas

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