Was ist eigentlich... der demographische Wandel?
Es ist seit geraumer Zeit bekannt, dass wir in einer "älter werdenden" Gesellschaft leben. Aber inwiefern eigentlich?
Der "demographische Wandel" kann für eine zu- und für eine abnehmende Bevölkerungszahl beziehungsweise -entwicklung verwendet werden. Er beschreibt also (einmal abgesehen von der gegenwärtigen Diskussion um die Zukunft unserer "älter werdenden" Gesellschaft) jede sich verändernde Altersstruktur, die sich innerhalb einer menschlichen Gemeinschaft (bis hin zu ganzen Staaten) entwickelt. Wie die demographische Entwicklung in der jeweiligen Gemeinschaft verläuft, ist von Staat zu Staat, von Land zu Land verschieden.
Als "demographischer Wandel" wird inzwischen aber vor allem jene gesellschaftliche Entwicklung bezeichnet, bei der in den vergangenen Jahrzehnten innerhalb diverser Gesellschaften die Sterberate durch die Geburtenrate unterschritten wurde. Das heißt, dass seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in verschiedenen Staaten auch des westlichen Europa die Gesamtbevölkerung durch die geringe Zahl des Nachwuchses abnimmt, zugleich aber der Bevölkerungsanteil älterer und alter Menschen zunimmt, insbesondere aufgrund der stark gestiegenen Lebenserwartung.
Abgesehen von der Sterberate und von der Geburtenrate wird der "demographische Wandel" zudem durch die "Wanderungsbilanz" bestimmt, das heißt: durch die Zu- und Abwanderung, die in einem Dorf, einer Region, einer Stadt, einem Bundesland oder in einem ganzen Staat zu beobachten und statistisch zu erfassen ist. Durch die genannten drei Faktoren lassen sich sehr exakte Vorhersagen über die zukünftige Bevölkerung treffen, die sich in einer Gesellschaft entwickeln wird, zum Beispiel hinsichtlich des durchschnittlichen Alters und des zahlenmäßigen Verhältnisses der jüngeren und der älteren Bevölkerungsteile zueinander. Der "demographische Wandel", der sich in verschiedenen Gesellschaften vollzieht, ist zudem ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, das heißt: er ist nicht etwa auf ländliche oder auf städtische Regionen oder nur auf die großen Städte in einem Staat begrenzt.
Innerhalb der deutschen Zeitgeschichte war in den frühen 70er Jahren erstmalig zu beobachten, dass die Zahl der gestorbenen Menschen höher lag als die Zahl der Geburten. Jahr für Jahr ist danach die Geburtenzahl in der Bundesrepublik Deutschland immer weiter gesunken, während insbesondere aufgrund des raschen medizinischen Fortschritts die menschliche Lebenserwartung immer weiter anstieg. Inzwischen gehen diverse Prognosen davon aus, dass (bei einer entsprechend anhaltenden Entwicklung) in nicht einmal 50 Jahren in Deutschland jeder neuen Geburt zwei Sterbefälle gegenüber stehen werden.
Der weit reichende "demographische Wandel" hat damit nicht zuletzt für unsere wirtschaftliche Zukunft und insbesondere für die sozialen Sicherungssysteme gravierende Folgen. Denn einer immer größer werdenden Zahl alter und älterer Menschen wird schon in wenigen Jahrzehnten ein immer geringerer Bevölkerungsanteil junger und jüngerer Menschen gegenüberstehen. Auf der Website des Statistischen Bundesamtes sind unter dem Themenpunkt Bevölkerung detaillierte Informationen einsehbar, die über die sich abzeichnende demographische Entwicklung in Deutschland Auskunft geben, insbesondere zur Bevölkerungsvorausberechnung.
Zudem sind in Deutschland in den vergangenen Jahren mehrere politische und gesellschaftliche Initiativen entstanden, die sich den zahlreichen Herausforderungen des demographischen Wandels stellen. Einige dieser zukunftsorientierten Initiativen und Netzwerke stellen wir auf dem Marktplatz von 20jahre.com vor.
Anklicken lohnt sich! (Nicolas Basse)
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